Ist ein Puls bzw. Ruhepuls von 229 gut oder schlecht?

Als Ruhepuls eines Erwachsenen: sehr stark erhöht — umgehend ärztlich abklären

Ein Ruhepuls von 229 ist ein Warnzeichen: Bei über 150 Schlägen pro Minute in echter Ruhe kann eine Herzrhythmusstörung dahinterstecken, zum Beispiel anfallsartiges Herzrasen oder Vorhofflimmern. Auch ein Messfehler ist möglich — Pulsuhren erfassen bei Bewegung manchmal die Schrittfrequenz statt des Pulses. Messen Sie sofort nach. Bestätigt sich der Wert in Ruhe, holen Sie umgehend ärztliche Hilfe (Bereitschaftsdienst 116 117 oder Notaufnahme). Bei Brustschmerz, Atemnot, Schwindel oder Ohnmacht wählen Sie sofort den Notruf 112.

Auch beim Sport nicht normal: Ein Puls von 229 liegt über der Maximalfrequenz fast aller Erwachsenen. Wahrscheinlich ist ein Messfehler oder eine Herzrhythmusstörung. Lassen Sie den Wert zeitnah ärztlich abklären.

Ob ein Puls von 229 gut oder schlecht ist, hängt vor allem davon ab, wann Sie ihn gemessen haben. In Ruhe gelten andere Maßstäbe als beim Sport. Beim Training kommt es darauf an, wie viel Prozent Ihrer maximalen Herzfrequenz der Wert ausmacht — und die hängt vom Alter ab.

Puls 229 beim Training: in welcher Zone liegen Sie?

Ein Puls von 229 liegt für jedes Alter ab 16 Jahren über der rechnerischen Maximalfrequenz — er lässt sich keiner Trainingszone zuordnen.

Wählen Sie Ihr Alter. Der Rechner zeigt Ihre maximale Herzfrequenz und in welchem Trainingsbereich ein Puls von 229 liegt.

Die Formel gilt für Erwachsene; der Rechner beginnt deshalb bei 16 Jahren. Für Kinder ist sie nicht geeignet.

Ihre maximale Herzfrequenz: 180 Schläge/min

Mit 40 Jahren entspricht ein Puls von 229 etwa 127 % Ihrer maximalen Herzfrequenz — Bereich: über der rechnerischen Maximalfrequenz.

Puls 229 als Trainingspuls nach Alter

Puls 229 im Verhältnis zur maximalen Herzfrequenz (HFmax = 206,9 − 0,67 × Alter)
AlterHFmaxAnteilBereich
20 Jahre194118 %über der rechnerischen Maximalfrequenz
30 Jahre187122 %über der rechnerischen Maximalfrequenz
40 Jahre180127 %über der rechnerischen Maximalfrequenz
50 Jahre173132 %über der rechnerischen Maximalfrequenz
60 Jahre167137 %über der rechnerischen Maximalfrequenz
70 Jahre160143 %über der rechnerischen Maximalfrequenz
80 Jahre153150 %über der rechnerischen Maximalfrequenz

Die Herzfrequenzzonen

Basis / Ruhepuls

Unter 50 % der maximalen Herzfrequenz liegt kein Trainingsbereich: Hier bewegen sich der Ruhepuls und leichte Alltagsbelastungen. Ob ein Wert als Ruhepuls passt, hängt nicht von der Maximalfrequenz ab, sondern von den Ruhewerten: Bei Erwachsenen gelten 60 bis 80 Schläge pro Minute als üblich, bei gut trainierten Ausdauersportlern sind etwa 40 bis 55 häufig.

Die Einordnung Ihres Werts als Ruhepuls steht oben auf dieser Seite.

Gesundheitszone (50–60 %)

Die Gesundheitszone liegt bei 50–60 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Wenn Sie bisher keinen oder sehr wenig Sport getrieben haben, eignet sich diese Zone gut für einen Start in ein aktives Training. Das Herz-Kreislauf-System wird hier schonend trainiert.

Bei trainierten Menschen finden überwiegend Aufwärmphasen vor und nach dem Training in diesem Bereich statt.

Fettverbrennungs-Zone (60–70 %)

Die Fettverbrennungs-Zone liegt bei 60–70 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Sie eignet sich ideal, um den Fettstoffwechsel zu aktivieren, da der Körper ausreichend belastet und mit Sauerstoff versorgt ist, um gespeicherte Körperfette als Energielieferant zu nutzen.

Längere, ruhige Einheiten in diesem Bereich eignen sich gut, um überflüssige Kilos abzubauen. Für das Abnehmen zählt am Ende vor allem, wie viel Energie Sie insgesamt verbrauchen.

Aerobe Zone (70–80 %)

Die aerobe Zone liegt bei 70–80 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Der Körper kann den Sauerstoffbedarf decken, und Sie bauen in diesem Bereich langfristig weitere Kondition auf. In der aeroben Zone werden ca. 40 % Fette und 60 % Kohlenhydrate verbrannt. Atmung und Kreislauf werden verbessert und gestärkt.

Trainieren Sie in diesem Bereich, um Kondition und Ausdauer aufzubauen und Ihre Fitness zu verbessern.

Anaerobe Zone (80–90 %)

Die anaerobe Zone liegt bei 80–90 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Der Körper kann den erhöhten Sauerstoffbedarf nicht mehr decken. Die Muskeln übersäuern.

Training in diesem Leistungsbereich eignet sich nur für Sportler, die hier kurzfristig trainieren, um einen maximalen Leistungszuwachs zu erreichen.

Rote Zone (90–100 %)

Die rote Zone liegt bei 90–100 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Das Herz arbeitet an der Grenze seiner Belastbarkeit; lange halten lässt sich diese Belastung nicht. Für untrainierte Menschen und bei Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen ist dieser Bereich riskant.

Freizeitsportler sollten diesen Bereich meiden. Leistungssportler nutzen ihn nur für kurze Intervalle — idealerweise nach sportmedizinischer Untersuchung.

Weitere Pulswerte

Alle Pulswerte und Pulsrechner · Was ist der optimale Ruhepuls? · Puls richtig messen

Die Einordnung ist eine schematische Zuordnung für Erwachsene und keine Diagnose. Kinder haben einen deutlich höheren Puls (bis 5 Jahre etwa 100–120 Schläge pro Minute). Die Formel für die maximale Herzfrequenz ist ein Durchschnittswert; Ihr persönlicher Wert kann deutlich abweichen.

Quellen

Die Grenzen unter 40 und über 100 Schlägen pro Minute folgen der Deutschen Herzstiftung; die zusätzlichen Stufen unter 35, über 120 und über 150 sind eine vorsichtige Vereinfachung dieser Website.

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