Ist ein Puls bzw. Ruhepuls von 35 gut oder schlecht?

Als Ruhepuls eines Erwachsenen: sehr niedrig — bitte nachmessen und ärztlich abklären

Ein Ruhepuls von 35 Schlägen pro Minute ist sehr niedrig. Nur bei einzelnen, sehr gut trainierten Ausdauersportlern kommen solche Werte selten vor — ohne ein solches Training sind sie nicht normal. Bitte messen Sie nach, am besten von Hand über volle 60 Sekunden. Bestätigt sich der Wert, lassen Sie ihn zeitnah ärztlich abklären; die Deutsche Herzstiftung rät dazu bei einem Ruhepuls unter 40, besonders wenn Sie keinen Ausdauersport treiben. Auch als Ausdauersportler sollten Sie einen so niedrigen Wert ärztlich einordnen lassen, wenn er neu ist. Bei Brustschmerz, Atemnot, Schwindel oder Ohnmacht wählen Sie sofort den Notruf 112.

Ob ein Puls von 35 gut oder schlecht ist, hängt vor allem davon ab, wann Sie ihn gemessen haben. In Ruhe gelten andere Maßstäbe als beim Sport. Beim Training kommt es darauf an, wie viel Prozent Ihrer maximalen Herzfrequenz der Wert ausmacht — und die hängt vom Alter ab.

Puls 35 beim Training: in welcher Zone liegen Sie?

Ein Puls von 35 kommt beim Sport nicht vor — unter Belastung steigt der Puls deutlich an. Der Rechner zeigt die Trainingszonen hier nur zur Orientierung; maßgeblich ist die Einordnung als Ruhepuls oben.

Wählen Sie Ihr Alter. Der Rechner zeigt Ihre maximale Herzfrequenz und in welchem Trainingsbereich ein Puls von 35 liegt.

Die Formel gilt für Erwachsene; der Rechner beginnt deshalb bei 16 Jahren. Für Kinder ist sie nicht geeignet.

Ihre maximale Herzfrequenz: 180 Schläge/min

Mit 40 Jahren entspricht ein Puls von 35 etwa 19 % Ihrer maximalen Herzfrequenz — Bereich: Basis / Ruhepuls.

Puls 35 als Trainingspuls nach Alter

Puls 35 im Verhältnis zur maximalen Herzfrequenz (HFmax = 206,9 − 0,67 × Alter)
AlterHFmaxAnteilBereich
20 Jahre19418 %Basis / Ruhepuls
30 Jahre18719 %Basis / Ruhepuls
40 Jahre18019 %Basis / Ruhepuls
50 Jahre17320 %Basis / Ruhepuls
60 Jahre16721 %Basis / Ruhepuls
70 Jahre16022 %Basis / Ruhepuls
80 Jahre15323 %Basis / Ruhepuls

Die Herzfrequenzzonen

Basis / Ruhepuls

Unter 50 % der maximalen Herzfrequenz liegt kein Trainingsbereich: Hier bewegen sich der Ruhepuls und leichte Alltagsbelastungen. Ob ein Wert als Ruhepuls passt, hängt nicht von der Maximalfrequenz ab, sondern von den Ruhewerten: Bei Erwachsenen gelten 60 bis 80 Schläge pro Minute als üblich, bei gut trainierten Ausdauersportlern sind etwa 40 bis 55 häufig.

Die Einordnung Ihres Werts als Ruhepuls steht oben auf dieser Seite.

Gesundheitszone (50–60 %)

Die Gesundheitszone liegt bei 50–60 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Wenn Sie bisher keinen oder sehr wenig Sport getrieben haben, eignet sich diese Zone gut für einen Start in ein aktives Training. Das Herz-Kreislauf-System wird hier schonend trainiert.

Bei trainierten Menschen finden überwiegend Aufwärmphasen vor und nach dem Training in diesem Bereich statt.

Fettverbrennungs-Zone (60–70 %)

Die Fettverbrennungs-Zone liegt bei 60–70 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Sie eignet sich ideal, um den Fettstoffwechsel zu aktivieren, da der Körper ausreichend belastet und mit Sauerstoff versorgt ist, um gespeicherte Körperfette als Energielieferant zu nutzen.

Längere, ruhige Einheiten in diesem Bereich eignen sich gut, um überflüssige Kilos abzubauen. Für das Abnehmen zählt am Ende vor allem, wie viel Energie Sie insgesamt verbrauchen.

Aerobe Zone (70–80 %)

Die aerobe Zone liegt bei 70–80 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Der Körper kann den Sauerstoffbedarf decken, und Sie bauen in diesem Bereich langfristig weitere Kondition auf. In der aeroben Zone werden ca. 40 % Fette und 60 % Kohlenhydrate verbrannt. Atmung und Kreislauf werden verbessert und gestärkt.

Trainieren Sie in diesem Bereich, um Kondition und Ausdauer aufzubauen und Ihre Fitness zu verbessern.

Anaerobe Zone (80–90 %)

Die anaerobe Zone liegt bei 80–90 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Der Körper kann den erhöhten Sauerstoffbedarf nicht mehr decken. Die Muskeln übersäuern.

Training in diesem Leistungsbereich eignet sich nur für Sportler, die hier kurzfristig trainieren, um einen maximalen Leistungszuwachs zu erreichen.

Rote Zone (90–100 %)

Die rote Zone liegt bei 90–100 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Das Herz arbeitet an der Grenze seiner Belastbarkeit; lange halten lässt sich diese Belastung nicht. Für untrainierte Menschen und bei Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen ist dieser Bereich riskant.

Freizeitsportler sollten diesen Bereich meiden. Leistungssportler nutzen ihn nur für kurze Intervalle — idealerweise nach sportmedizinischer Untersuchung.

Weitere Pulswerte

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Die Einordnung ist eine schematische Zuordnung für Erwachsene und keine Diagnose. Kinder haben einen deutlich höheren Puls (bis 5 Jahre etwa 100–120 Schläge pro Minute). Die Formel für die maximale Herzfrequenz ist ein Durchschnittswert; Ihr persönlicher Wert kann deutlich abweichen.

Quellen

Die Grenzen unter 40 und über 100 Schlägen pro Minute folgen der Deutschen Herzstiftung; die zusätzlichen Stufen unter 35, über 120 und über 150 sind eine vorsichtige Vereinfachung dieser Website.

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