Ist ein Puls bzw. Ruhepuls von 47 gut oder schlecht?
Als Ruhepuls eines Erwachsenen: niedrig
Ein Ruhepuls von 47 liegt deutlich unter dem üblichen Bereich von 60 bis 80 Schlägen; unter 60 spricht man von einer Bradykardie. Bei gut trainierten Ausdauersportlern sind Werte von etwa 40 bis 55 häufig und meist Ausdruck des Trainings. Ohne regelmäßiges Ausdauertraining ist ein Ruhepuls unter 50 dagegen ungewöhnlich — sprechen Sie ihn bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an. Auch Medikamente wie Betablocker senken den Puls. Kommen Schwindel, ausgeprägte Müdigkeit oder Leistungsschwäche hinzu, lassen Sie den Wert zeitnah ärztlich abklären. Bei Brustschmerz, Atemnot, Schwindel oder Ohnmacht wählen Sie sofort den Notruf 112.
Ob ein Puls von 47 gut oder schlecht ist, hängt vor allem davon ab, wann Sie ihn gemessen haben. In Ruhe gelten andere Maßstäbe als beim Sport. Beim Training kommt es darauf an, wie viel Prozent Ihrer maximalen Herzfrequenz der Wert ausmacht — und die hängt vom Alter ab.
Puls 47 beim Training: in welcher Zone liegen Sie?
Wählen Sie Ihr Alter. Der Rechner zeigt Ihre maximale Herzfrequenz und in welchem Trainingsbereich ein Puls von 47 liegt.
Die Formel gilt für Erwachsene; der Rechner beginnt deshalb bei 16 Jahren. Für Kinder ist sie nicht geeignet.
Ihre maximale Herzfrequenz: 180 Schläge/min
Mit 40 Jahren entspricht ein Puls von 47 etwa 26 % Ihrer maximalen Herzfrequenz — Bereich: Basis / Ruhepuls.
Puls 47 als Trainingspuls nach Alter
| Alter | HFmax | Anteil | Bereich |
|---|---|---|---|
| 20 Jahre | 194 | 24 % | Basis / Ruhepuls |
| 30 Jahre | 187 | 25 % | Basis / Ruhepuls |
| 40 Jahre | 180 | 26 % | Basis / Ruhepuls |
| 50 Jahre | 173 | 27 % | Basis / Ruhepuls |
| 60 Jahre | 167 | 28 % | Basis / Ruhepuls |
| 70 Jahre | 160 | 29 % | Basis / Ruhepuls |
| 80 Jahre | 153 | 31 % | Basis / Ruhepuls |
Die Herzfrequenzzonen
Basis / Ruhepuls
Unter 50 % der maximalen Herzfrequenz liegt kein Trainingsbereich: Hier bewegen sich der Ruhepuls und leichte Alltagsbelastungen. Ob ein Wert als Ruhepuls passt, hängt nicht von der Maximalfrequenz ab, sondern von den Ruhewerten: Bei Erwachsenen gelten 60 bis 80 Schläge pro Minute als üblich, bei gut trainierten Ausdauersportlern sind etwa 40 bis 55 häufig.
Die Einordnung Ihres Werts als Ruhepuls steht oben auf dieser Seite.
Gesundheitszone (50–60 %)
Die Gesundheitszone liegt bei 50–60 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Wenn Sie bisher keinen oder sehr wenig Sport getrieben haben, eignet sich diese Zone gut für einen Start in ein aktives Training. Das Herz-Kreislauf-System wird hier schonend trainiert.
Bei trainierten Menschen finden überwiegend Aufwärmphasen vor und nach dem Training in diesem Bereich statt.
Fettverbrennungs-Zone (60–70 %)
Die Fettverbrennungs-Zone liegt bei 60–70 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Sie eignet sich ideal, um den Fettstoffwechsel zu aktivieren, da der Körper ausreichend belastet und mit Sauerstoff versorgt ist, um gespeicherte Körperfette als Energielieferant zu nutzen.
Längere, ruhige Einheiten in diesem Bereich eignen sich gut, um überflüssige Kilos abzubauen. Für das Abnehmen zählt am Ende vor allem, wie viel Energie Sie insgesamt verbrauchen.
Aerobe Zone (70–80 %)
Die aerobe Zone liegt bei 70–80 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Der Körper kann den Sauerstoffbedarf decken, und Sie bauen in diesem Bereich langfristig weitere Kondition auf. In der aeroben Zone werden ca. 40 % Fette und 60 % Kohlenhydrate verbrannt. Atmung und Kreislauf werden verbessert und gestärkt.
Trainieren Sie in diesem Bereich, um Kondition und Ausdauer aufzubauen und Ihre Fitness zu verbessern.
Anaerobe Zone (80–90 %)
Die anaerobe Zone liegt bei 80–90 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Der Körper kann den erhöhten Sauerstoffbedarf nicht mehr decken. Die Muskeln übersäuern.
Training in diesem Leistungsbereich eignet sich nur für Sportler, die hier kurzfristig trainieren, um einen maximalen Leistungszuwachs zu erreichen.
Rote Zone (90–100 %)
Die rote Zone liegt bei 90–100 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Das Herz arbeitet an der Grenze seiner Belastbarkeit; lange halten lässt sich diese Belastung nicht. Für untrainierte Menschen und bei Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen ist dieser Bereich riskant.
Freizeitsportler sollten diesen Bereich meiden. Leistungssportler nutzen ihn nur für kurze Intervalle — idealerweise nach sportmedizinischer Untersuchung.
Weitere Pulswerte
Alle Pulswerte und Pulsrechner · Was ist der optimale Ruhepuls? · Puls richtig messen
Die Einordnung ist eine schematische Zuordnung für Erwachsene und keine Diagnose. Kinder haben einen deutlich höheren Puls (bis 5 Jahre etwa 100–120 Schläge pro Minute). Die Formel für die maximale Herzfrequenz ist ein Durchschnittswert; Ihr persönlicher Wert kann deutlich abweichen.
Quellen
- Deutsche Herzstiftung: Welcher Puls ist normal?
- Deutsche Herzstiftung: Herzrasen – Ursachen unbedingt abklären lassen
- ESC-Leitlinie 2021 zur Herzschrittmacher- und kardialen Resynchronisationstherapie (Bradykardie). European Heart Journal 2021; 42: 3427–3520
- ESC-Leitlinie 2019 zur Behandlung supraventrikulärer Tachykardien. European Heart Journal 2020; 41: 655–720
- Gellish RL u. a.: Longitudinal modeling of the relationship between age and maximal heart rate. Med Sci Sports Exerc 2007; 39: 822–829 (Formel 206,9 − 0,67 × Alter)
Die Grenzen unter 40 und über 100 Schlägen pro Minute folgen der Deutschen Herzstiftung; die zusätzlichen Stufen unter 35, über 120 und über 150 sind eine vorsichtige Vereinfachung dieser Website.
Stand:
